DVU-Parteitag endgültig abgesagt

In den letzten zwei Tagen war es absehbar, doch fest stehen tut es seit heute Mittag: der DVU-Parteitag, welcher am 28. November 2010 in Kirchheim durchgeführt werden sollte, ist abgesagt.

In einem Schreiben, welches NDR. Info vorliegt, wird die Absage mit Verweis auf »Probleme mit der beauftragten Versandfirma« begründet. So konnten die Mitglieder nicht ordnungsgemäß informiert werden und der Parteitag wäre rechtlich angreifbar gewesen. Überhaupt, Gegner der Fusion haben angekündigt die »Verschmelzung« rechtlich genau prüfen zu lassen, vermeldet NPD-BLOG.INFO.

»Es geht nicht um uns, es geht um unser geliebtes Vaterland!«

Marcel Landgraf dürfte nicht zu den Gegnern gehören. Er sitzt dem ca. 20 Mitglieder starken DVU-Kreisverband im Kyffhäuserkreis vor, welcher von sich behauptet, der größte Kreisverband innerhalb der Thüringer DVU zu sein und »zu den bundesweit größten in unserer Partei gehört«. Der Kreisverband steht nach Aussagen Landgrafs komplett und geschlossen hinter der Fusion und »weiterhin 100% hinter Matthias Faust« und so appelliert er auf einer Internetseite, »Den Wunsch nach einer gemeinsamen Rechten gibt es schon seit vielen Jahren. Und genau jetzt, zu einem Zeitpunkt, wo wir kurz vor der Fusion unserer beiden Parteien stehen, sollten alle Mitglieder an einem gemeinsamen Strang ziehen«. Landgraf sieht in der Fusion eine »einmalige Chance«, welche es zu nutzen gilt. Was er sich davon, als ehemaliges NPD-Mitglied, für sich selbst verspricht wird nicht klar. Auf jeden Fall hat er mit Patrick Weber (Vors. NPD-Kyffhäuserkreis // Schatzmeister im NPD-Landesverband Thüringen // Betreiber »Germania-Versand«) im Kyffhäuserkreis einen starken politischen Gegner innerhalb der NPD.

Schauen wir gute 5 Monate zurück, da klang das alles noch anders. Im Mai trafen sich Vertreter der DVU-Landesverbände Thüringen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in Greußen/Kyffhäuserkreis. Langraf, gleichzeitig stellvertretender Landesvorsitzender der DVU in Thüringen, hatte eingeladen. In den gemeinsamen Gesprächen »stellte sich heraus, daß bezüglich der Verwirklichung der politischen Ziele der DVU, eine absolute Übereinstimmung vorlag«. Mit dabei der Landesvorsitzende der DVU-Thüringen, Kai-Uwe Trinkaus und der Landesgeschäftsführers Konrad Förster. Im Wissen der absoluten Übereinstimmung wurde bereits von einer Achse Thüringen-Niedersachen und Schleswig-Holstein geträumt, welche sich gegenseitig personelle Unterstützung für gemeinsame Aktionen zusagte. Man wollte anpacken, »um die DVU wieder in das Bewußtsein der Bürger zu bringen.«

Von alledem ist mittlerweile keine Rede mehr. Hans-Gerd Wiechmann, der niedersächsische DVU-Landesvorsitzende, ist ein entschiedener Gegner der geplanten Fusion. Und ob Trinkaus, welcher im Juli 2008 wegen »parteischädigenden Verhaltens« aus der NPD ausgeschlossen wurde, glücklich mit der Fusion sein dürfte, kann bezweifelt werden. Seine politische Luft dürfte nach der Fusion dann noch dünner werden. Ebenso für Konrad Förster, welcher ebenfalls durch die NPD ausgeschlossen wurde, bevor er mit Trinkaus zusammen in die DVU eintrat.

ART.NordTh, 26. November 2010
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