DVU – das blanke Chaos

Blick nach Rechts:
Die DVU musste ihren geplanten „Verschmelzungs“-Parteitag mit der NPD kurzfristig verschieben – für die Faust-Gegner trägt die „unfähige und desolate Führungsspitze“ Schuld an dem Wirrwarr.

Kurz vor der geplanten „Fusion“ mit der NPD scheint bei der DVU das blanke Chaos ausgebrochen zu sein. Gerade einmal 48 Stunden vor dem Bundesparteitag sagte die „Volksunion“ die Veranstaltung im thüringischen Kirchheim ab. Einen „Vertragsbruch“ beziehungsweise einen „Sabotage-Akt“ des beauftragten Versanddienstleisters, der dazu führte, dass viele Mitglieder ihre Einladung zu spät erhalten hätten, nennt die DVU-Spitze als Grund für die Absage. Die Gegner des DVU-Chefs hingegen höhnen: „Das Chaos trägt einen Namen.“ Dass sie damit ihren Parteivorsitzenden Matthias Faust meinen, sagen sie zwar nicht explizit, anders zu verstehen ist es aber kaum.

Dabei war es nicht nur Faust, der für Chaos sorgte. Während am Donnerstag auf der von ihm verantworteten Homepage der DVU – ungeachtet der bekannten Probleme mit dem Versand der Einladungsschreiben – weiter zum Parteitag am 28. November eingeladen wurde, erklärte der DVU-Geschäftsstellenmitarbeiter Björn Neumann auf Anfrage bereits völlig zutreffend, dass der Termin verschoben werden müsse.

Angeblicher „Sabotage-Akt“ der Versandfirma

Doch damit nicht genug des Wirrwarrs an der DVU-Spitze: Für seinen korrekten Hinweis musste sich Neumann von Präsidiumsmitglied Heiner Höving auch noch öffentlich rüffeln lassen. Der Parteitag werde stattfinden, wurde Höving am späten Donnerstagnachmittag auf NPD-Blog.Info zitiert. Und er fügte noch hinzu: Man müsse dem Mann in Hamburg schleunigst sagen, was er mitzuteilen habe und was nicht. Der neben Faust und Höving dritte „starke Mann“ an der Parteispitze zog es vor, lieber gar nichts Substanzielles zum Thema zu sagen. Die Nachrichtenagentur dapd meldete, der stellvertretende DVU-Bundesvorsitzende Ingmar Knop habe, befragt nach dem Parteitag, Zeit und Ort nicht bestätigen wollen.

Parteioffizielle Aufklärung gab’s erst am Freitagmittag. In einem namentlich nicht gezeichneten Beitrag auf der DVU-Internetseite, der sich an die „lieben Parteifreunde, lieben Kameraden“ richtet, wurde mitgeteilt, dass der Parteitag verschoben werde und „bereits gestern neue Einladungen an alle Mitglieder versandt“ worden seien. Glaubt man dem Autor des Textes, hatte die Geschäftsleitung der mit dem Versand der Einladungen beauftragten Firma kurzfristig Bedenken bekommen, ob das Unternehmen tatsächlich für die DVU tätig werden solle. „Durch diesen Vertragsbruch beziehungsweise ,Sabotage-Akt’ sind für den Versand zwei Tage verloren gegangen und viele Mitglieder haben sich zurecht beklagt, die Einladung zu spät erhalten zu haben“, heißt es in dem Text, der an einigen Stellen bis hin zur Angabe von genauen Uhrzeiten sehr detailliert ist, andererseits aber die Frage offen lässt, wann genau die Probleme der DVU-Spitze bekannt wurden.

„Wie in der Alchimistenküche – täglich ein neues Wunder“

Beteuert wird aber, dass man „selbstverständlich einen solchen Bundesparteitag unter vollständig korrekten Bedingungen durchführen“ wolle, weshalb man sich kurzfristig zu einer Verschiebung des Termins entschlossen habe. „Vollkommen deplaziert“ sei es in diesem Zusammenhang, von „Chaos“ oder „Unorganisation“ zu sprechen.

Faust-Intimfeind Hans-Gerd Wiechmann, der Landesvorsitzende in Niedersachsen, der eine „Fusion“ mit der NPD strikt ablehnt, sieht sich derweil nach dem Durcheinander der öffentlichen Stellungnahmen vom Donnerstag in seinem Urteil über den Parteichef und sein Umfeld bestätigt: „Es ist ein Witz, die rechte Hand weiß nicht einmal, was die linke veranstaltet.“ Er sieht weiter Chancen, die „Fusion“ unter Umständen auch juristisch aushebeln zu können: „Es ist ein einziges Chaos, wobei sich hier die Frage stellt, ob eine kurzfristige Terminverschiebung eines anberaumten BPT einer rechtlichen Überprüfung standhält.“ Und Bernd Zeise, einst mit dem Strukturaufbau der DVU in Ostdeutschland betraut, dann aber vom Faust-Vorstand aus der Partei geschasst, konstatiert: „Wie in der Alchimistenküche – täglich ein neues Wunder! Das ist der absolute i-Punkt einer unfähigen und desolaten Führungsspitze.“ Eine Spitze gegen die NPD kann er sich nicht verkneifen: „Sollte es der NPD wirklich nicht aufgefallen sein, welche Figuren sie sich da ins Boot holt?“

Wann der DVU-Parteitag nun nachgeholt werden soll, teilte die Bundes-DVU auf ihrer Homepage nicht mit. In einem Rundschreiben an Mitglieder wird der 12. Dezember genannt, Veranstaltungsort bleibt demnach Kirchheim – falls die Einladungen diesmal die Mitglieder pünktlich erreichen.

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