Nordhausen und »NDH-City« …

…eine kleine Zusammenfassung

Am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages 2010 wurden Polizeibeamte durch Mitglieder der Hooligan-Gruppierung »NDH-City« angegriffen. Die Gruppierung weist nach wie vor starke Überschneidungen mit der sogenannten freien extrem rechten Szene Nordhausens auf.

Dem Angriff auf die Polizeibeamten ging eine Auseinandersetzung in der Kneipe »Frankies« voraus. Auf der Suche nach bestimmten Personen trafen die NDH-City-Mitglieder allerdings auf die Falschen, es entfachte sich ein Wortgefecht und aus dem ging eine Schlägerei hervor. Anwesende informierten die Polizei und die Angreifer flohen. Während der »Verfolgungsjagd« kam es zu dem besagten Angriff auf die Polizeibeamten. Durch den Einsatz weiterer Polizeikräfte konnten drei der Täter an Ort und Stelle in Gewahrsam und folgend in Haft genommen werden. Ein weiterer Täter war flüchtig und stellte sich kurze Zeit darauf selbst. Alle Täter sind einschlägig durch Gewalttaten, und mindestens zwei von Ihnen durch die Teilnahme an verschiedenen neonazistischen Veranstaltungen, bekannt. Laut den spärlichen Informationen [Presse, Polizei] sitzen alle vier Täter weiterhin in Haft. – Das war der örtlichen Ausgabe der TA Anlass ein Interview mit dem neuen PI-Chef Ronny Groos zu führen.

Gemessen an dem Wissensstand zu der Gruppierung selbst – aufgrund verstärkter Öffentlichkeitsarbeit durch AntifaschistInnen seit 2009 und zu Beginn 2010, sowie durch Anfragen an die Thüringer Landesregierung durch Landtagsabgeordnete der Partei DieLinke im Jahr 2010, wie auch durch die bundesweite Veröffentlichung [Störungemelder, NPD-BLOG.info, Inydymedia, Endstation Rechts und verschiedene unabhängige Internetseiten] von Artikeln – wirkt das Interview aufgesetzt und wie ein weiterer Versuch das Thema »NDH-City« klein zu reden und so zu tun als ob die Polizei und Staatsanwaltschaft alles im Griff haben. Doch das täuscht, was allein die Zahlen aus der Antwort des Innenministeriums auf die letzte Anfrage deutlich zeigen.

Wenn bei dem Thema überhaupt von Erfolg geredet werden kann, dann, das »NDH-City« durch die Recherchearbeit von AntifaschistInnen klar benannt werden konnte und im Verlauf der Zeit die Anzahl von bekennenden Nordhäuser »Autonomen Nationalisten« und extrem rechten »freien Nordhäusern« herausgestellt wurde. In einer Atmosphäre des Schweigen und Nicht-Agieren [Nordhausen – Stadt/Verwaltung, Polizei und Presse] standen einige Journalisten und Mitglieder der Partei DieLinke den AntifaschistInnen 2010 zur Seite. Ende 2010 hatten dann auch einige Gastronomen keine Lust mehr, dem Treiben und den Gewalttaten durch Mitglieder von »NDH-City« in oder vor ihren Lokalen untätig zuzusehen, und erteilten Hausverbote und forderten in einer Stadtratssitzung konkrete Reaktionen und Aktionen seitens des Stadtrates und dessen verschiedenen politischen VetreterInnen ein. [Bisher redete vor allem der Bügermeister Jendricke (SPD) und das ihm unterstellte Ordnungsamt, vertreten durch Herrn Wengler, das Problem weg bzw. klein und informierte Kultur- und Gastronomietreibende gar nicht und den Stadtrat und dessen Mitglieder nur unzulänglich über die bestehende Situation.] So konnte in Nordhausen und weit über die Stadtgrenzen hinaus eine mediale Öffentlichkeit erzeugt werden, wodurch wiederum Druck auf die Ermittlungsbehörden ausgeübt wurde. Diese ließen nämlich jeglichen wahrnehmbaren Ermittlungsdruck vermissen oder taten so als ob es sich um jugendliche »Rangeleien« handelte und stritten jedes politische Handeln ab, was sie auch weiterhin und größtenteils tun.

Als sich zum Jahreswechsel 2010 zu 2011 der stellv. NPD-KV-Vorsitzende und das derzeitige Kreistagsmitglied Roy Elbert auf der Internetseite der NPD äusserte und gleichzeitig mit dem »Sprachrohr« der extrem rechten Szene Nordhausens, die Internetseite des »freien Nordhausen«, einen Text veröffentlichte, welcher die Gruppierung in ihrem Grundsatz in »Schutz« nimmt und versucht deren Aktivitäten zu verharmlosen, sollte spätestens auch hier den Ermittlungsbehörden und den Stadt-Oberen bewusst werden, dass die »NPD-Biedermänner« aus Stadtrat und Kreistag sehr wohl um die Personen innerhalb der Gruppierung »NDH-City«, wie auch deren Aktivitäten in der extrem rechten Szene wissen. Beleg sollten ebenso gemeinsame Besuche von neonazistischen Demonstrationen und extrem rechten Musikveranstaltungen sein.

Letzteres dürfte spätestens am 04. Juni 2011 zu deutlichen Erkenntnissen führen, denn der Nordhäuser NPD-Kreisverband organisiert den »10. Thüringentag der nationalen Jugend«, welcher durch den NPD-KV-Vorsitzenden und das derzeitige Stadtratsmitglied Marco Kreutzer für Nordhausen angemeldet ist. Neben dem »Nazibarden« Frank Rennicke sollen aus dem neonazistischen extrem rechten Lager die Bands Kraftschlag, Words of Anger und Sleipnir für gute Besucherzahlen sorgen.

ART.NordThüringen, 13. Februar 2011
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