NDH – Ehrenfriedhof erneut geschändet

Wieder einmal kam es zur Schändung des Ehrenfriedhofs für die Opfer des zweiten Weltkriegs in Nordhausen. Wir erinnern uns, vor gut einem Monat, in der Nacht vom 31. März zum 1. April, wurden die Gedenktafeln mit Israel-feindlichen Parolen und SS-Zeichen beschmiert. Am 3. April nahmen an die 30 Personen aus dem organisierten extrem rechten Spektrum an der städtischen Gedenkveranstaltung zum Gedenken der Bombardierung Nordhausen am 3./4. April 1945 teil.

Am 4. Juni möchte die NPD den »10. Thüringentag der nationalen Jugend« mit NPD-Kadern und Personen aus dem subkulturellen Teil der extrem rechten Szene in Nordhausen feiern. Ob militante »Autonome Nationalisten«, »freie Kameraden« oder Partei-Nazis, sie alle eint eine menschenfeindliche Einstellung, welche in Taten wie der von letzter Nacht einen Teil seines Ausdrucks findet. Ereignisse werfen eben ihre Schatten voraus.

MDR – NordThüringen:
Das KZ-Opfer-Mahnmal auf dem Ehrenfriedhof in Nordhausen ist geschändet worden. Nach Polizeiangaben warfen Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch zwei Blumenschalen in das Innere des Gedenkpavillons am Stresemannring. Dabei sei das Denkmal erheblich verunreinigt worden. Im unteren Bereich des Pavillons sei Erde haften geblieben. Die Töpfe seien jedoch nicht gegen das Mahnmal geworfen worden.

Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke bezeichnete die Tat als „empörend, eine Schande und eine ungeheure Provokation.“ Die Stadt werden zusammen mit der Polizei alles daran setzen, die Täter zu finden. „Diesem finsteren Treiben muss schnell ein Ende gesetzt werden. Es ist beschämend, was hier passiert ist.“

Die Kriminalpolizei ermittelt

Eine Polizeistreife hatte die Schändung gegen zwei Uhr in der Nacht entdeckt. Die Kriminalpolizei hat am Tatort inzwischen Spuren gesichert. Ein rechtsextremer Hintergrund der Tat wird nicht ausgeschlossen. Erst Anfang April hatten Unbekannte den Ehrenfriedhof für die Opfer des Zweiten Weltkrieges geschändet. Damals sprühten sie auf den Gedenkpavillon mit schwarzer Farbe mehrere Hakenkreuze, SS-Runen und antisemitische Sprüche.

Der Gedenkpavillon war vor fünf Jahren von der Stadt Nordhausen in Erinnerung an die 1.250 Toten eingeweiht worden, die die US-Armee am 11. April 1945 bei ihrem Einmarsch auf dem KZ-Außengelände Boelcke-Kaserne entdeckt hatten. Die SS hatte dort todkranke Häftlinge zum Sterben ihrem Schicksal überlassen. Die Toten und 270 Häftlinge, die nach ihrer Befreiung in Krankenhäusern starben, sind auf dem angrenzenden Ehrenfriedhof begraben.

MDR – NordThüringen: 1. April 2011 – Ehrenfriedhof geschändet

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