NDH: Eine kleine Notiz

Thomas Rupfahl für ART.NordThüringen

Nordhausen wählt am 22. April 2012 in der Stadt eine neue Oberbürgermeisterin bzw. einen neuen Oberbürgermeister und im Landkreis eine neue Landrätin bzw. einen neuen Landrat. Die demokratischen Parteien haben Ihre KandidatInnen aufgestellt und der Wahlkampf hat in den letzten Tagen an Fahrt aufgenommen. Die NPD beteiligt sich in dieser Region NICHT an den Wahlen.

Und trotzdem möchte ich die NPD in einer kleinen Notiz bedenken, in Zusammenhang mit dem Kandidaten der SPD, Matthias Jendricke. Herr Jendricke ist derzeit der amtierende Bürgermeister und hat sich zur Wahl, für den Posten des Oberbürgermeisters, gestellt. M. Jendricke ist vor allem bei den jüngeren Menschen in Nordhausen nicht sehr beliebt. Er ist ein Kontroll-Freak und kann anscheinend mit Jugend- und Subkulturen und deren Stilblüten nicht viel anfangen. Dazu kommt, dass er immer wieder mal verlauten lässt, dass Nordhausen kein Problem mit Nazis und Rechtsextremisten hat (frei zitiert). Das er da lediglich für sich und seine Wahrnehmung sprechen kann, ist ein weiterer Beleg, warum ihn viele Personen nicht als OB wollen. Als Beispiel, sein Auftritt zu der Kommunalwahl 2009: Herr Jendricke machte der NPD und deren UnterstützerInnen den Weg ins Rathaus frei. Er forderte die Protestierenden und das Rathaus blockierenden Personen via Megaphon dazu auf, der NPD und deren UnterstützerInnen den Weg frei zu machen. Somit konnten diese ungehindert ihre Unterschrift, zum Antritt der NPD zur Kommunalwahl, abgeben.

Die NPD schaffte ihre vorgegebene Anzahl an UnterstützerInnen-Unterschriften und trat zur Stadtratswahl an, sie gewann ein Mandat. Das Mandat nahm bis Juni 2011 Marco Kreutzer wahr, welcher es vorzog, im Juni 2011 all seine Ämter in der NPD niederzulegen und nach eigenen Angaben aus der NPD austrat. Seit September 2011 sitzt Roy Elbert, für Kreutzer im Stadtrat.

Auch mit der Erinnerungspolitik tut sich Herr Jendricke schwer; Er spricht von “Reichsprognomnächten” (Zitat im Original) und möchte am 27. Januar, dem Gedenktag der Befreiung von Auschwitz, auch der gefallen Soldaten der Wehrmacht gedenken. Was in anderen Regionen mindestens die Opposition zu kleineren Aufschreien veranlasst, wird in Nordhausen anscheinend billigend und unkommentiert in Kauf genommen. Selbst wenn es um die Nazi-Hooligan-Gruppe “NDH-City” geht. Wenn schon das Innenministerium, in seiner Antwort auf kleine Anfragen, zu dem Schluss kommt, dass diese Gruppierung starke Überschneidungen in die extrem rechte und neonazistische Szene aufweist und mit seinen ca. 50 Personen ein hohes Gewaltpotential und Gewaltbereitschaft aufweist, ist das für Herrn Jendricke immer noch kein Anlass, öffentlich zuzugeben; dass in der Stadt Nordhausen eben eine solche Gruppe für Angst und ein hohes Maß an Gewalt verantwortlich zeichnet. Er hält es anscheinend ebenso nicht für nötig, Mitglieder des Stadtrats geschweige Gastronomen, Jugendverbände und -vereine und die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis zu setzen. Viele Institutionen und Einzelpersonen blieben sich selbst überlassen und sahen sich mit der (auch) politisch motivierten Gewalt konfrontiert und allein gelassen.
Sicher, daran trägt nicht nur Herr Jendricke allein die Schuld. Das fängt bei der Wahrnehmung im Jugend-/Schulbereich an und geht zur Wahrnehmung der (politisch motivierten) Gewalt und zur Ahndung selbiger, durch die zuständigen repressiven Organe, bis hin zu Presse und einer (de facto kaum existierenden kritischen) Öffentlichkeit.

Als Notiz in der Notiz: “NDH-City” existiert, laut Aussagen von Personen aus der Szene, nicht mehr. Wer genauer hinschaut, erkennt, dass die Personen zwar immer noch da sind und sich ihnen weiterhin jüngere Menschen anschließen und das sie sich jetzt “Wackerfront – Black Bloc Nordhausen” nennen.

Zurück zu Herrn Matthias Jendricke. Anlass für die “kleine Notiz”, welche jetzt doch etwas umfangreicher ausfiel, war unten zu betrachtender Screenshot. Ein Mann, der anscheinend kein Problem mit Nazis zu haben scheint; zumindest nicht in “seiner Stadt Nordhausen”, der kann eben auch mit Nazis bei Facebook befreundet sein!!! Und steht gleich neben der NPD-Vorsitzenden, aus dem Unstru-Hainich-Kreis, Monique Möller und in einer Liste mit anderen bekannten neonazistischen Personen. Sicher, es ist Facebook und das Ganze sollte nicht überbewertet werden, bezeichnend ist es trotzdem und alle Male. Oder geht es hier um reinen Stadt-Patriotismus? Auf der Facebook-Seite des Herrn Jendricke findet sich die Bemerkung: Nordhäuser/Innen sind gern eingeladen, sich mit mir zu vernetzen. Also mir einfach mal eine Freundschaftsanfrage zusenden. – Wird der Andreas Olbrich, Beisitzer im Kreisvorstand der NPD-Nordhausen, sich wohl gedacht haben; “Ich bin Nordhäuser, mache ich das mal!” oder hat sich der Herr Jendricke bei ihm um eine virtuelle Freundschaft bemüht?

Wer auch immer den anderen um virtuelle Freundschaft gebeten hat, hoffen wir, das es “nur” ein Versehen war. Denn einen Oberbürgermeister mit Nazi-Freundschaften (ob virtuell oder real) möchte KEINER haben!!!

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